Barbara Emilia Schedel – Mezzosopran

Barbara Emilia Schedel wurde im Oktober 2025 als Professorin für Gesang an die Universität
Mozarteum Salzburg berufen.

Zuvor lehrte sie über viele Jahre an den Musikhochschulen in Würzburg und Karlsruhe. Dort
unterrichtete sie in sämtlichen Bereichen des künstlerischen Hauptfachs Gesang bis hin zum
Masterstudiengang Oper und leitete zudem den Bereich Gesangsmethodik. Darüber hinaus gibt sie
regelmäßig internationale Meisterklassen und wird von professionellen Sängerinnen und Sängern in
wichtigen Entwicklungsphasen ihrer Karriere als Mentorin konsultiert. Viele ihrer Absolventinnen
und Absolventen sind erfolgreich an Opernhäusern engagiert oder in Lehre und Forschung tätig.
Neben ihrer Lehrtätigkeit ist Barbara Emilia Schedel regelmäßig als Referentin auf Kongressen
vertreten und veröffentlicht zu gesangspädagogischen Themen. Ihre Schwerpunkte liegen unter
anderem auf historischen Methodenvergleichen, Strategien des Übens und Lernens sowie der
Stimmregeneration.

Sie ist 1. Vorsitzende der Wolfgang Hofmann-Stiftung , die sich der musikalischen Erschließung des
Gesamtwerks Wolfgang Hofmanns sowie der Nachwuchsförderung durch jährliche
Musikwettbewerbe widmet. Zudem ist sie künstlerische Beirätin der Wolfgang Sawallisch Stiftung.
Der künstlerische Werdegang der lyrischen Mezzosopranistin wurde früh durch eine tänzerische
Ausbildung sowie eine intensive instrumentale Tätigkeit geprägt. Sie war schon früh Preisträgerin (
Klavier und Violoncello ) und entdeckte dann während ihres Klavier- und Schulmusikstudiums ihre
eigene Stimme. Nach einem Engagement als Korrepetitorin in Dänemark wurde sie von Prof.
Charlotte Lehmann ausgebildet. Wichtige künstlerische Impulse erhielt sie zudem von Margreet
Honig und Rudolf Jansen in Amsterdam sowie von Richard Miller und Neil Semer in den USA.
Bereits während des Studiums wurde sie mit Stipendien und Preisen bei nationalen und
internationalen Wettbewerben ausgezeichnet, darunter beim MDR-Liedwettbewerb „Verfemte
Musik“, beim Armin-Knab-Wettbewerb (1. Preis), beim Bundeswettbewerb Gesang Berlin sowie
beim Internationalen Mozartfestwettbewerb Würzburg (Sonderpreis für zeitgenössische Musik).
Zudem erhielt sie den mit 10.000 Euro dotierten Musikpreis der Kunststiftung Baden-Württemberg.
Für ihre herausragenden künstlerischen Leistungen wurde ihr der Bayerische Kulturpreis der IHK-
Stiftung verliehen.

Erste Bühnenerfahrungen sammelte sie an der Staatsoper Stuttgart, wo sie anschließend bis 2008
regelmäßig als Gast engagiert war. Anfangs interpretierte sie vor allem lyrische Sopranpartien ,
später zunehmend virtuose Rollen des lyrischen Mezzosopran-Koloraturfachs des 17. und 18.
Jahrhunderts. Dabei arbeitete sie häufig mit dem Ensemble L´arte del mondo zusammen, unter
anderem bei den Musikfestspielen Sanssouci Potsdam sowie bei den Internationalen
Händelfestspielen Halle in einer Koproduktion von Glucks Le Cinesi mit der Peking-Oper.
Aufgrund ihrer hohen Musikalität und ihrer schnellen Erarbeitung komplexer Partituren ist Barbara
Emilia Schedel auch eine gefragte Interpretin zeitgenössischer Musik. Sie wirkte in zahlreichen
Uraufführungen und anspruchsvollen Musiktheaterproduktionen mit und gastierte unter anderem an
der Nationaloper Krakau, am Staatstheater Darmstadt sowie mehrfach am Nationaltheater
Mannheim. 2011 wurde sie in Wien für die Titelpartie in Harrison Birtwistles Io-Passion von der
Presse besonders gefeiert.

Eine rege Konzert- und Liedtätigkeit führte sie mit Künstlern wie Jörg Widmann, Fazıl Say, dem
Borusan Quartet und dem Signum Quartett zusammen. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Helmuth
Rilling, Wolfram Christ, Siegfried Köhler, Helmuth Froschauer und Patrick Lange sowie mit

Orchestern wie den Berliner Symphonikern, den Prager Symphonikern, der Staatskapelle Dresden,
den Münchner Bachsolisten und dem WDR Rundfunkorchester Köln.
Zahlreiche Rundfunk- und Fernsehproduktionen (u. a. SWR, WDR, MDR, BR) dokumentieren ihre
Arbeit, darunter Mitschnitte aus dem Konzerthaus Wien und dem Großen Salzburger Festspielhaus.
Konzertreisen führten sie durch Europa, Südamerika, die USA, China und Japan.
CD-Veröffentlichungen erschienen unter anderem bei Brilliant Classics (Gesamtausgabe der
Beethoven-Lieder) sowie bei Naxos mit dem Liedprojekt Ophelia Songs.